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»Wenn ihr etwas verändert wollt, geht auf die Straße!« - Daniel Häni
Um Infotische machen Passanten meist einen großen Bogen. Er erreicht unentschlossene, nicht festgelegte BürgerInnen – wie Studien belegen – längst nicht mehr sondern scheint immer nur diejenigen anzuziehen, welche sich ohnehin schon für oder gegen unser Anliegen entschieden haben. Mit der »Bodenzeitung«, einer Idee der nafroth.com pr+kommunikationsberatung, existiert eine kommunikativere Aktionsform, die zu deutlich mehr Gesprächen anregt, leichter erstellbar ist und dem Team mehr Spaß macht. So kann man mit jeder und jedem bei nur geringem Aufwand und mit nur drei Aktiven ins Gespräch kommen.
Die Initiative Grundeinkommen Osnabrück hatte schon vor einiger Zeit erste positive Erfahrungen mit einer eigenen Bodenzeitung gemacht. Anlässlich der geplanten Aktionswoche mit Ralph Boes wollten wir diese Aktionsform nach Jahren des »Andenkens« nun endlich mal selber bei uns vor Ort bei in Köln ausprobieren.
Da wir aufgrund einiger Erfahrungsberichte (s.o., aber auch von befreundeten Aktivisten bei Mehr Demokratie e.V.) etwas über die Vorbereitung und den Ablauf einer Bodenzeitung wussten, hatten wir im Vorfeld beschlossen, unsere Bodenzeitung nicht wie so oft mit Hilfe von Materialien aus dem Baumarkt selber zu basteln sondern diese für eine weitere Verwendung in den nächsten Jahren als PVC-Plane drucken zu lassen, wobei sich die Gestaltung an dem Design unserer bisherigen Printprodukte orientieren sollte.
Der Effekt unserer Bodenzeitung ist, dass wir mit Passanten sehr leicht ins Gespräch kommen – viel leichter als bei einem klassischen Infostand – gleichzeitig sehr unverkrampft über unser Anliegen informieren können und dabei unser Infomaterial ganz automatisch loswerden, ohne irgendjemanden »aufzulauern« oder bedrängen zu müssen.
Hier das Resümee von Ralph Boes anlässlich seines Besuchs in Köln:
»Das große Interesse war erstaunlich –
und noch erstaunlicher, wie sehr über allem ein Lächeln schwebte:
das Lächeln der erstaunten Selbstbesinnung.
Am erstaunlichsten war aber, wie leicht tiefgehende Gespräche im Lichte dieses Lächelns möglich waren.
Ich danke der Kölner Initiative SEHR für dieses besondere Erlebnis!«
Dabei scheint es kaum einen Unterschied zu machen, ob man mit der Bodenzeitung in einer belebten Kölner Fußgängerzone oder vor einer wenig einladenden Arbeitsagentur steht.
Man braucht:
Und so geht’s:
Auf unserer Plane sind unterhalb des Titels acht Antworten vorgegeben, die von Passanten entweder durch Ankreuzen oder Strichlisten (mehrfach) markiert werden können, wobei in der letzten Zeile Platz für eigene Ideen vorhanden ist. Die Bodenzeitung sollte so liegen, dass die Menschen beim Vorbeilaufen den Text lesen können; sie darf auch ruhig direkt auf dem Weg liegen. Dabei sollte man die Laufwege der Menschen vor Ort berücksichtigen und auch nicht komplett versperren (z.B. wird meist der kürzeste Weg zur nächsten Bushaltestelle gewählt und besonders enge Wege werden umgangen).
Wichtige Hinweise für Aktive:
Wer sich die Anmeldekosten für einen Infotisch/Infostand sparen möchte (in vielen Städten & Gemeinden kostet so ein Antrag auf »Sondernutzung öffentlicher Flächen« beim Ordnungsamt Geld), der sollte es wie wir machen und versuchen, seine Aktion »Bodenzeitung« bei der Polizeibehörde als »Kundgebung anzumelden«, bei der man ein Transparent mitführe, dass man auch mal ablegen müsse und deren Teilnehmerzahl sich möglicherweise auf nur drei oder vier Aktive beschränke. Die Anmeldung der Kundgebung wird dann auf Basis des §14 Versammlungsgesetz bestätigt und ist auch kostenlos. Anzugeben sind der Ort, Zeitraum, verantwortliche Leiter und das Anliegen der Kundgebung sowie weitere Hilfsmittel (das ist dann z.B. ein »Bodenplakat«, weiteres Infomaterial und Unterschriftenlisten).
Bestätigung einer Anmeldung als Kundgebung (Polizeipräsidium Köln)
Mittlerweile haben wir schon einige Anfragen erhalten, ob wir unsere Bodenzeitung auch für andere Grundeinkommens-Initiativen anfertigen können. Das tun wir gerne, soweit das Design unserer Bodenzeitung weitgehend übernommen wird. Ändern können wir die Farbe, die Schriftart, die vorgegebenen Antworten und natürlich auch die Angaben im Fußbereich (Name und Website der Initiative). Bei der Bestellung der PVC-Plane können wir natürlich ebenfalls behilflich sein.
Zur Pflege der Plane empfiehlt sich ein geeignetes Reinigungsmittel wie z.B. Orangen Reiniger. Wer keine Spielsteine oder eine zusätzliche Klarsichtfolie für die Markierungen verwenden möchte, sollte sämtliche Spuren von Stiften nach der Aktion umgehend entfernen, da ansonsten der spätere Einsatz von Lösungsmitteln wie Brennspiritus, Isopropanol, Aceton (Nagellack Reiniger) etc. nötig wird (diese sollten jedoch nur auf den unbedruckten Zeilen der Tabelle verwendet werden!).
Ansprechpartner:
Henrik Wittenberg
h.wittenberg@bgekoeln.de
Telefon: (0177) 170 93 99
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Tags:
Kommentar
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